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"Ich war das Mama! Ehrlich". Tatsachenbericht, kein Roman

====== “Ich war das, Mama. Ehrlich.” ---Tatsachenbericht, kein Roman ====== Mein Bruder Bernd. Fünf Jahre älter ist er, ein grosser, kräftiger Kerl so um die Zweimeterundfünf. Ich habe ihn schon mindestens seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, und das muß auch nicht sein. Denn er ist schon immer auf eine besonders abstoßende( Art und Weise dumm und ekelig gewesen. Und zwar voll von ihm beabsichtigt, da gab es nie jemanden der hinterher zurecht sagen konnte:"Ja, aber der kann ja nichts dafür, der arme Kerl !” Nein, er hat sich seit seiner Jugend immer und bei jeder Gelegenheit mit voller Absicht danebenbenommen, hat extra Blödsinn angestellt und völligen Schwachsinn erzählt. Und das alles immer eine Nummer schlimmer wie andere das so draufhaben. Und warum, das weiss ich auch nicht so genau, ich vermute mal das da so eine Aufmerksamkeitssache in ihm drinsteckt. Wäre ja auch kein Wunder, ältester Sohn und hat die Scheidung unserer Eltern damals voll mitgekriegt. Ich war damals zwei Jahre alt und habe das garnnicht registriert. Erst später. Der einzige Unterschied zwischen Heute und Früher ist der, das man es ihm nicht mehr schon von Weiten und auf den ersten Blick ansieht das er ein Asi ist. Früher fuhr er mit abgewetzten Klamotten, grüner Bommelmütze und selbstgedrehter Kippe im Maul mit der Mofa zu seinen Hilfsarbeiter- Jobs. Und heute, fünfundzwanzig Jahre später, da raucht er nicht mehr in seinem Auto, da mittlerweile Audi A6, wenn er im Anzug zu seinem Abteilungsleiter- Job in einem europaweit führenden Unternehmen fährt. Aber ein Asi ist er nach wie vor. Tja, da muß man Glück haben wenn man sich nicht benehmen will und trotzdem etwas erreichen möchte. Oder einfach nur seinen Campingplatz- Nachbarn soll lange voll labern und alkoholisieren bis dieser aufgibt und zum besten Kumpel wird. Und der ist zufällig Personalchef der besagten Firma. Ich gönne ihm ja das er plötzlich zum Besserverdiener wurde, aber ich verstehe nicht ansatzweise wie jemand wie er in so einer beruflichen Position funktionieren kann. Scheinbar geht's tatsächlich auch ohne die wichtigsten Grundvorrausetzungen. Kenntnisse über Menschenführung und den entscheidenen Funken Intelligenz. Popelessen während der Versicherungsvertreter ihm die Verträge erklärt, das ist noch nichts. Auf dem Sofa liegen, rauchen, saufen, sich am Hoden kraulen, am Poloch kratzen und dann an den Fingern riechen, den eigenen Furz zufächeln und dir die tiefen Bier und Pizza-Rülpser in das Gesicht hauchen und wohlgemerkt, diese Dinge alle gleichzeitig zu tun, das ist das Mindestprogramm was er dir mit Freude abliefert. Und das es währenddessen noch eine Extraportion von seinen perversen Geschichten von ihm oben drauf gibt, ist doch garkein Thema. Letztes Mal, als ich ihm bei seinem Umzug half, musste ich letztendlich würgend an die frische Luft laufen. Während ich ihm den Badezimmerspiegel an die Wand montierte, schlich er sich nämlich leise von hinten ran um mir ins Ohr zu rülpsen. Das hatte ganz entsetzlich gestunken. Dieser Wolke aus Tabakrauch, Bier und Knoblauch gemischt mit seinem Körpergeruch und Furz wollte ich nicht ausweichen, denn bei einem Fluchtversuch wäre mir der Spiegel wohlmöglich unkontrolliert aus den Händen gefallen und ich hätte nochmal vorbeikommen müssen. Das wollte ich nicht riskieren, denn ich hatte mir zwischenzeitlich in meiner Wut etwas geschworen. Nie wieder wollte ich mich freiwillig seinem Ekelattaken und seinem schadenfrohen Gelächter aussetzten. Fortsetzung folgt......
10.1.15 19:01


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Stille

Ich bin 42 Jahre alt und lebe mit meiner Frau und einer Tochter auf dem Land.In der Nähe eines Dorfes mit etwas mehr als 2000 Einwohner. Es ist ziemlich ruhig hier.

Im Gegensatz zu meiner Frau und meiner Tochter habe ich keine Freunde. Keine Autoschrauber-Kumpels, Keine Fußballkollegen, keine Saufkumpanen. Die brauche ich irgendwie nicht, denn egal was man mit denen macht, es hat alles immer sofort mit Biersaufen und Scheisse-labern zu tun. Sorry, aber find´s primitiv.

Daher war ich schon oft allein zu Hause und eines Tages als ich einfach nur da saß, fiel mir in einem Moment etwas auf. Die Stille. Die absolute Stille. Keine Autos, Keine Nachbarn, Kein Windzug, kein Bachplätschern, kein Vogelpiepen, kein Insektengesurre, einfach nichts. Während es in meinem Kopf aber zuging wie auf der Kirmes. Ströme von Gedanken. Laute Schreie und stumpfes Geplapper aus der Vergangenheit, Warnungen, Ängste und Überlegungen aus Richtung Zukunft. Irre.

Äußerlich ist Nichts. Und innerlich völliges Chaos. Gott sei wirklichen Dank das mir das überhaupt aufgefallen ist. Dank dieser Erkenntnis kann ich an mir arbeiten.

Ich suche nicht mehr im Äußeren.

Ich suche in mir, in der Stille, im Nichts.

Dort gibt es keine Geheimnisse, alles liegt nur dort  im Verborgenen. 

Wir müssen nur hingehen.

In die Stille.

 

 

 

3.1.15 16:26


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